Die Verrichtung der Hajj – Ablauf

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Auf dem Weg nach Mekka

Bevor man in den Ihram-Zustand eintritt, sollte man sich die Fingernägel schneiden, den Bart stutzen, die Haare der Achselhöhlen auszupfen, die Haare des Schambereichs rasieren, eine Gesamtwaschung (arab.Ghusl) machen und (als Mann) sich zwei weiße saubere Tücher und Sandalen anziehen.

Wenn man am Miqat angelangt, betet man ein Pflichtgebet oder ein freiwilliges Gebet und fasst die Absicht, Hadsch zu machen. Dies in den Monaten des Hadsch (Schawwal, Dhu-l-Qa’da und Dhu-l-Hidscha). Die Pilger aus Europa überschreiten den Miqat heute meistens mit dem Flugzeug. Das Überschreiten des Miqats wird im Flugzeug bekannt gegeben.

Je nachdem, welche Art des Hadsch man machen möchte, spricht man die Talbija aus:

  1. Hadsch al-Ifrad:

„Labaik allahumma labaika Hadschan“ „Hier bin ich, o Allah, hier bin ich und verrichte den Hadsch“

  1. Hadsch at-Tamattu‘:

„Labaik allahumma labaika ‚Umra“ “Hier bin ich, o Allah, hier bin ich und verrichte die ‚Umra.”

  1. Hadsch al-Qiran:

“ Labaik allahumma labaika Hadschan wa ‚Umra“ “Hier bin ich, o Allah, hier bin ich und verrichte den Hadsch und ‚Umra (zusammen).”

Man kann an dieser Stelle auch den Ausspruch der Talbija und damit den Eintritt in den Ihram-Zustand mit einer auflösenden Bedingung verknüpfen, indem man sagt: „Denn mein Ort ist dort, wo auch immer du mich zurückhältst.“ (belegt durch ein Hadith bei Muslim)Dies sollte man aber nur machen, wenn zu befürchten ist, dass man den Hadsch abrechen muss. Wenn dem Pilger nun ein Hindernis in den Weg kommt und er nicht mit dem Hadsch fortfahren kann, wie z.B. Krankheit o.ä. dann darf er sich aus dem Ihram-Zustand lösen, ohne dass er eine Sühne oder ein Opfer leisten muss.

Der Pilger fährt fort, die Talbija zu sprechen. Männer sprechen die Talbija laut aus, Frauen leise. Es ist beliebt, die Talbija jedes Mal neu anzustimmen, wenn sich der Zustand des Pilgers ändert, d.h. wenn z.B. er ein Fahrzeug besteigt, sich an einem bestimmten Ort niederlässt, zum Gebet geht oder andere Pilger trifft.

Es ist beliebt, Du’a und Segensgrüße für den Propheten (Allahs Friede und Segen auf ihm) zu sprechen, wenn man die Talbija gesprochen hat.

Man sollte darauf achten, seine Zunge von anderen Worten als dem Dhikr Allahs und seine Blicke von dem, was Allah verboten hat, zurückzuhalten. Der Pilger sollte auf seinem Hadsch auf gutes Benehmen und Rechtschaffenheit achten, in der Hoffnung, dass sein Hadsch als gottesgefällige Tat angenommen wird. Er sollte gegenüber den Bedürftigen gut handeln, seine Reisegefährten freundlich behandeln, sie grüßen und ihnen Essen anbieten.

Wenn der Pilger Mekka erreicht, so ist es für ihn beliebt, eine Ganzkörperwaschung (arab. Ghusl) zu machen, bevor er Mekka betritt.

Betreten der Moschee in Mekka

Der Pilger sucht die Moschee in Mekka auf, die Madschid al-Haram und spricht beim Betreten der Moschee das übliche Bittgebet:

„A’udhu Billahi l-A’thim wa Wadschihi l-karim wa Sultanihi l-qadim min asch-Schaitani r-radschim. Bismillahi wa as-Salatu wa as-Salamu ‚ala Rasulillah. Allahumma aftah li Abawaba Rahmatik.“

„Ich nehme Zuflucht bei Allah dem Allgewaltigen und seinem edlen Gesicht und seiner ewigen Allmacht vor dem gesteinigten (verfluchten) Satan. Im Namen Allahs, As-Salatu wa As-Salam seien auf dem Gesandten Allahs. Oh Allah, öffne mir die Tore deiner Barmherzigkeit.“ [1]

Tawaf

Derjenige Pilger, der Hadsch-Ifrad oder Qiran vollzieht, führt den Tawaf als Tawaf al-Qudum (Ankunftstawaf) aus. Er wird Ankunftstawaf genannt, da er der Begrüßung der Moschee in Mekka dient.

Derjenige Pilger, der Hadsch-Tamattu’ vollzieht, führt den Tawaf als eine der Säulen der ‚Umra aus, die er zunächst beabsichtigt hat.

Man begibt sich zur Ka’aba im Innenhof der Moschee und beginnt mit dem Tawaf. Hierfür ist Wudhu erforderlich. Der Tawaf beginnt beim Schwarzen Stein. Entweder man küsst diesen, fasst ihn an (wobei beides heutzutage kaum möglich ist) oder zeigt auf ihn. Dann fasst man die Absicht, Tawaf zu machen und sagt:

“ Bismillah, wAllahu akbar“.

„Im Namen Allahs, Allah ist am größten.“[2]

Man umrundet die Ka’aba entgegen dem Uhrzeigersinn insgesamt sieben Mal. Während des Tawafs macht man Du’a, Dhikr und spricht Bittgebete für den Propheten. Es gibt – bis auf die zwei im Folgenden genannten- keine festen Bittgebete, die man auswendig lernen muss. Man sollte vielmehr Allah von ganzem Herzen mit seiner eigenen Sprache um all das bitten, was man sich für sich, seine Freunde, Familie, die islamische Umma, u.s.w. wünscht.

Wenn man die Jemenitsche Ecke erreicht (eine Ecke vor dem Schwarzen Stein), spricht man das folgende Bittgebet:

“ Rabbanaa aatinaa fid-Dunja Hasanatan wa fil-Achirati Hasanatan wa qinaa ‚Adhab an-Naar.“ (überliefert bei Sahih Abi Dawud)

“ Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes, und bewahre uns vor der Strafe des (Höllen)feuers!“

Es ist Sunna, die Jemenitische Ecke mit der Hand zu berühren, man spricht dabei:

„bismillah wAllahu akbar“

„Im Namen Allahs, Allah ist am größten.“

Wenn man sie jedoch nicht berühren kann (was bei der Hadsch der Fall sein dürfte), dann fährt man einfach mit dem Tawaf fort. Man soll aber weder mit der Hand darauf zeigen noch Takbir sprechen..“ [3]
Kommt man beim Schwarzen Stein vorbei, ist die erste Runde beendet und man küsst den Stein, fasst ihn an oder zeigt auf ihn, indem man sagt:

“ Bismillah, wAllahu akbar „

So läuft der Pilger insgesamt sieben Runden, bis er am Schwarzen Stein endet. Männer lassen dabei ihre rechte Schulter und ihren rechten Arm unbedeckt (arab. Idtiba‘). In den ersten drei Runden besteht zudem eine Besonderheit für Männer darin, dass sie schell und mit kleinen Schritten laufen (arab. Raamilan). Letzteres gilt allerdings nur für den Tawaf al-Qudum (bei Hadsch Ifrad und Qarin), nicht aber für den Tamattu‘-Pilger (der zunächst den Tawaf der ‚Umra macht). Hierzu gibt es verschiedene Gelehrtenansichten.

Zwischen Tawaf und Sa‘i

Nach der Beendigung des Tawaf begibt sich der Pilger zum Mulzam, dies ist ein Platz zwischen der Tür der Ka’aba und dem Schwarzen Stein, um dort Du’a zu machen. Danach betet man ein Gebet mit zwei Niederwerfungen hinter der Stätte Ibrahims. In der ersten Gebetseinheit wird die Sure Al-Fatiha und die Sure Al-Kafirun gelesen, in der zweiten Gebetseinheit Al-Fatiha und Al-Ichlas. Wenn es einem nicht möglich ist, genau hinter dem Standort Ibrahims zu beten, kann man an irgendeiner Stelle in der Moschee beten.[3]

„Und als Wir das Haus (d.h. die Ka’aba) zu einem Ort der Einkehr für die Menschen und zu einer Stätte der Sicherheit machten und (sagten): „Nehmt Ibrahims Standort als Gebetsplatz!“…“ (Quran 2:125)

Dann trinkt man vom Zamzam Wasser, das in der Moschee an vielen Stellen in Behältern zur Verfügung steht, wendet sich Richtung Qibla und spricht Du’a.

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„Das Wasser von Zamzam ist dafür, wofür es getrunken wurde“ (Hadith bei Ibn Madscha).

Danach geht man noch einmal (wenn möglich) zum Schwarzen Stein, um diesen zu küssen oder anzufassen.

Das Laufen zwischen Safa und Marwa (arab. Sa‘i)

Im Rahmen des Sa’i, begibt man sich zunächst zum Hügel Safa, der sich heute innerhalb des Moscheegebäudes befindet. Auf dem Weg dorthin spricht man die folgenden Quranverse:

„Gewiss, as-Safa und al-Marwa gehören zu den (Orten der) Kulthandlungen Allahs. Wenn einer die Hadsch zum Hause (d.h. zur Ka’aba) oder die Umra vollzieht, so ist es keine Sünde für ihn, wenn er zwischen ihnen (beiden) den Umgang macht.“ (Quran 2:158)

Dann besteigt man den Hügel Safa, dreht sich in Richtung der Ka’aba, hebt die Hände und spricht folgende Du’a:

“ Allahu akbar“ (drei Mal)

„ La ilaha illallah wahdahu la scharika lah, lah ul-mulk wa lah ul-hamd wa huwa a’la kulli schai’in qadir“

„Es gibt keinen Gott außer Allah[A 1], dem Einzigen, der keinen Teilhaber hat, sein ist die Herrschaft und sein ist das Lob und er hat zu allem die Macht.

“ La ilaha illallah wahdah, andschaja wa’adahu wa nasara ‚abdahu wa hazama l-ahzab wahdah.“ (überliefert bei Sahih Abu Dawud) [2]

“Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Einzigen, der seine Versprechen erfüllte, seinem Diener halft und die Parteien alleine vernichtete.“

Diese Du’a wiederholt man am besten drei Mal, es gibt jedoch keine Einwände dagegen, diese weniger als drei Mal auszusprechen[1]. Zwischen den beiden Tahlilat (la ilaha illallah) spricht man Du’a und bittet darin Allah, um was immer man möchte an Gutem für das diesseitige und jenseitige Leben.

Dann begibt man sich zum Hügel Marwa. Auf dem Weg spricht man weiter beliebige Du’a, macht Dhikr oder spricht Segenssprüche für den Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm). In einem bestimmten Bereich der Strecke, der heute grün markiert ist, laufen die Männer schnellen Schrittes.

Auf dem Weg kann man folgendes Du’a sprechen:

„Rabb arhfir warham, innaka anta l-A’iz al-Akram.“ [2]

“ Herr, vergib und sei barmherzig, denn du bist der Mächtigste und Großzügigste.“

Auf dem Hügel Marwa, dreht man sich wieder in Richtung Ka’aba, hebt die Hände und spricht die Du’a in der gleichen Weise wie auf dem Hügel Safa.

Nun läuft man wieder zum Hügel Safa und spricht wieder die genannten Du’a. So läuft man insgesamt sieben Mal zwischen den Hügeln hin und her bis man auf dem Hügel Marwa endet.

 

Das Schneiden der Haare

Wenn man Hadsch Tamattu‘ macht, schneidet man nach dem Vollenden des Sa’i die Haare oder rasiert sie ab. Wobei es vorzuziehen ist, die Haare nur zu kürzen, um sie am Ende des Hadsch dann abzurasieren.[3]

Damit verlässt man den Ihram-Zustand und die ‚Umra ist vollendet. Der Pilger befindet sich nun bis zum Beginn der Hadsch-Riten am 8.Dhul Hidscha im normalen Zustand, zu Beginn der Hadsch-Riten begibt er sich erneut in den Ihram-Zustand.

Frauen sollten etwas von ihrem Haar kürzen. Dies sollte jedoch nicht öffentlich gemacht werden, sondern, wenn sie ihre Unterkunft aufsucht.

Wenn man Hadsch Ifrad oder Hadsch Qiran macht, schneidet man die Haare nicht, sondern bleibt weiterhin im Ihram-Zustand bis zur Beendigung des Hadsch. Wenn man es nicht schafft, den Sa’i nach dem Tawaf al-Qudum zu verrichten, so kann man ihn nach dem Tawaf al-Ifada verrichten.

 

8.Dhul-Hidscha (Tag der Tarwija)

Der Tamattu‘-Pilger begibt sich an diesem Tag erneut in den Ihram-Zustand und zwar an dem Ort, an dem er sich befindet. Hierzu fasst er die Nija (Absicht), Hadsch zu machen und sagt:

„Labaik allahumma labaika Hadschan“

„Hier bin ich, o Allah, hier bin ich und verrichte den Hadsch“

Der Qiran- und Ifrad-Pilger befindet sich noch im Ihram-Zustand.

Indem die Pilger die Talbija sprechen, begeben sie sich nach Sonnenaufgang nach Mina. Dort werden die fünf Pflichtgebete gebetet. Die Gebete werden einzeln gebetet, d.h. nicht zusammengefasst wie dies auf Reisen möglich ist.

 

9.Dhul-Hidscha (Tag von Arafat)

Nach Sonnenaufgang begibt man sich am Tag von Arafat von Mina nach Arafat.

Normalerweise geht man sich zunächst nach „Namira“, einem Ort nahe Arafat, um dort bis Mittag zu bleiben, sich zu waschen (arab. Ghusl) und dann die Moschee aufzusuchen, in der der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) zu beten pflegte. Man betet hinter dem Imam das Dhuhr- und Asr-Gebet gekürzt und frühzeitig zusammengefasst. Danach geht man zum Berg Arafat. Aufgrund der großen Anzahl von Pilgern wird heute auch auf den Zwischenstopp in „Namira“ verzichtet und direkt Arafat mit dem Bus angesteuert. Man betet in diesem Fall das Dhur- und Asr-Gebet in Arafat hinter dem jeweiligen Imam der Reisegruppe. Auch hier wird Gebet zusammen und frühzeitig verkürzt gebetet.

Das gesamte Gebiet von Arafat ist Standort für den Pilger. D.h. man muss nicht unbedingt den Berg Arafat erklimmen. Denn der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„Ich habe hier angehalten, aber das ganze (Gebiet von) Arafat ist als Standort geeignet.“ (Hadith sahih bei Muslim)

Man hebt die Hände zum Gebet, wendet sich der Gebetsrichtung zu, spricht Bittgebete und macht Dhikr bis zum Anbruch der Abenddämmerung. Es ist nicht unbedingt notwendig, dabei zu stehen, man kann sich auch hinsetzten.

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„ Das beste Bittgebet ist das Bittgebet am Tage von Arafat. Und das Beste, das ich und die Propheten vor mir sagten ist: „Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Einzigen, der keinen Teilhaber hat, sein ist die Herrschaft und sein ist das Lob und er hat zu allem die Macht.“ (Hadith sahih) [2]

Ist die Sonne untergegangen, brechen die Pilger nach Muzdalifa auf.

 

Das Übernachten in Muzdalifa

Die Pilger begeben sich in angemessener Ruhe (und heute häufig mit dem Bus) nach Muzdalifa während sie die Talbija sprechen, um dort die Nacht zu verbringen. Sobald man in Muzdalifa ankommt und noch bevor man sein Gepäck ablegt, betet man dort das Magrib- und das Ischa-Gebet (mit zwei Raka). Man bleibt in Muzdalifa bis zur Zeit des Faschr-Gebetes, dann betet man das Faschr-Gebet und begibt sich zum Al-Masch’ari l-haram, dies ist ein bestimmter Ort in Muzdalifa. Dort hält man sich auf, indem man Du’a, Takbirat und Tahlilat spricht. Auch hier gilt, dass es nicht unbedingt notwendig ist, an dieser bestimmten Stelle zu stehen, es reicht aus, dass man sich auf dem Gebiet von Muzdalifa befindet.

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„ Ich habe hier angehalten, aber das ganze (Gebiet von) Muzdalifa ist als Standort geeignet.“ (Hadith sahih bei Muslim)

In Muzdalifa sammeln die Pilger die Steinchen, mit denen sie die Säulen bewerfen. Die Steinchen können aber auch in Mina gesammelt werden.

Vor dem Sonnenaufgang begeben sich die Pilger nach Mina, indem sie die Talbija sprechen. Es ist zulässig für die Schwachen, Frauen, Kindern und sonstige Berechtigte, bereits am Ende der Nacht von Muzdalifa nach Mina aufzubrechen. [3]

 

10.Dhul-Hidscha (Tag des Opferfestes)

Am Tag des Opferfestes sind folgende Handlungen durchzuführen:

  1. Das Werfen der Steine auf die Säule von ‚Aqaba.
  2. Das Opfern.
  3. Das Rasieren oder Kürzen der (Kopf-)Haare.
  4. Der Tawaf und der Sa’i.

Am besten ist es, diese Reihenfolge der Handlungen einzuhalten. Ist dies nicht möglich, spricht nichts dagegen, die Reihenfolge abzuändern. [3]

 

Das Werfen der Steine auf die ‚Aqaba-Säule

Sobald die Pilger in Mina ankommen, laufen sie zu den drei Säulen. An diesem Tag wird nur eine der Säulen, die Aqaba-Säule beworfen. Sie wird auch die große Säule genannt.

Man nimmt ein Steinchen in die rechte Hand, hebt diese hoch und spricht:

„Allahu akbar“ – Allah ist der Größte.“

Dann wirft man das Steinchen. Insgesamt werden so sieben Steinchen geworfen.

Der Pilger soll die Talbija einstellen, wenn er beginnt, die Säule von Aqaba zu steinigen.

 

Das Opfern

Ist der Pilger Mutamatti‘ oder Qarin (und kein Einwohner Mekkas) so muss er ein Tier opfern. Man kann das Tier selber opfern oder – wie dies heute üblich ist – einen anderen damit beauftragen.

Gemäß der korrektesten Aussagen der Rechtsgelehrten dauert die zulässige Zeit für das Opfern bis zum Sonnenuntergang des dritten Tages der Taschriq-Tage an. [3]

Dabei sind die islamischen Regeln bezüglich des Schlachtens von Opfertieren einzuhalten.

 

Das Rasieren oder Kürzen der Haare

Der Pilger rasiert oder kürz seine Haare, wobei das Rasieren vorzuziehen ist.

Mit dem Rasieren oder Kürzen der Haare tritt der Pilger teilweise aus dem Ihram-Zustand aus, sog. Kleiner Tahallul (Befreiung).).[4] Er kann nun seine normale Kleidung anziehen, Parfüm benutzen, u.s.w. Nur das Verbot, sich den Frauen zu nähern (damit ist Geschlechtsverkehr und alles was dazu führen könnte gemeint) bleibt noch aufrecht. Dies aufgrund eines Hadithes, indem es heißt:

„ Wenn einer von euch die Säule von ‚Aqaba beworfen und seine Haare abrasiert hat, dann ist ihm alles außer den Frauen erlaubt.“ (Hadith bei Abu Dawud[A 2])

 

Der Tawaf al-Ifada

Danach geht der Pilger nach Mekka, um den Tawaf al-Ifada durchzuführen. Dieser stellt eine der vier Säulen des Hadsch dar. Er wird wie der Anfangs-Tawaf durchgeführt, nur ohne Idtiba‘ und Raml (siehe oben).

Nach dem Tawaf betet man zwei Gebetseinheiten hinter dem Standort Ibrahims.

Heutzutage herrscht ein großer Andrang am Eid-Tag. Es ist jedoch auch erlaubt, den Tawaf al-Ifada bis zum letzten Tag des Aufenthalts in Mina aufzuschieben.[3]

 

Der Sa’i

Der Tamattu‘-Pilger führt den Sa’i wie oben beschreiben zwischen As-Safa und Marwa aus.

Für den Ifrad- und Qarin-Pilger gilt: Wurde der Sa’i bereits im Zusammenhang mit dem Anfangs-Tawaf ausgeführt, muss er nun kein zweites Mal durchgeführt werden.

Nachdem der Pilger sämtliche der oben aufgeführten Handlungen des Eid-Tages ausgeführt hat (wobei das Opfern dabei keine Rolle spielt), tritt er vollständig aus dem Ihram-Zustand aus, sog. Großer Tahallul (Befreiung).[4]

 

Die Pilger begeben sich noch in der Nacht nach Mina.

 

11.-13.Dhul-Hidscha (Tage des Taschriq)

 

Das Übernachten in Mina

Die Taschriq-Tage verbringen die Pilger in Mina. Sie übernachten dort in Zelten.

Wer nicht bis zum 13.Dhul-Hidscha in Mina bleiben möchte, kann bereits am 12. Dhul-Hidscha Mina verlassen und nach Mekka gehen. Allerdings muss man Mina dann vor der Zeit des Maghreb, also vor Sonnenuntergang verlassen haben[3]. Ansonsten bleibt der Pilger bis zum 13. Dhul-Hidscha. Beides ist zulässig. Im Quran heißt es:

„Und gedenkt Allahs während einer bestimmten Anzahl von Tagen. Wer sich jedoch in zwei Tagen (mit dem Aufbruch) beeilt, den trifft keine Sünde, und wer länger bleibt, den trifft keine Sünde; (das gilt) für denjenigen, der gottesfürchtig ist. Fürchtet Allah und wisst, dass ihr zu Ihm versammelt werdet!“ (Quran 2:203)

 

Das Steinigen der Säulen

Der Pilger begibt sich am 11.Dhul-Hidscha zu den drei Säulen, die sich in Mina befinden, nachdem die Sonne ihren Höchststand erreicht hat. Er bewirft nun die drei Säulen der Reihe nach mit jeweils sieben Steinchen. Dazu nimmt er jeweils ein Steinchen in die rechte Hand, hebt diese hoch und spricht:

„Allahu akbar“ – Allah ist der Größte.“

Dann wirft er das Steinchen.

Nach dem Bewerfen der ersten (kleinen) und zweiten (mittleren) Säule, hält der Pilger kurz inne und wendet sich in Richtung der Qibla, um Du’a zu machen. Nur bei der dritten (großen) Säule wird nicht Innegehalten und kein Du’a gemacht.

Wer aufgrund von Krankheit oder hohen Alters selbst nicht in der Lage ist, die Säulen zu steinigen, kann einen Vertreter damit beauftragen. Dieser wirft bei jeder der drei Säulen zunächst für sich selbst und dann für den Vertretenen.

Am 12. Dhul-Hidscha bewirft der Pilger wieder alle drei Säulen wie oben beschrieben.

Das gleiche gilt für den 13.Dhul-Hidscha für denjenigen, der Mina nicht vorzeitig verlassen hat.

Spätestens am 13.Dhul-Hidscha verlässt der Pilger Mina und geht nach Mekka, um dort den Abschieds-Tawaf durchzuführen, bevor er Mekka endgültig verlässt.

 

Der Abschieds-Tawaf

Der Abschieds-Tawaf vor dem Verlassen von Mekka ist Pflicht für alle Pilger. Nur Frauen, die ihre Menstruation oder Nafas (Wochenbett) haben, sind davon ausgenommen. Nach dem Tawaf betet der Pilger zwei Gebetseinheiten hinter dem Standort Ibrahims.

 

Du’a auf der Rückkehr

Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) pflegte, wenn er auf dem Rückweg von einem Kampf (arab. Rhazwa), der Hadsch oder der ‚Umra war, bei jeder Anhöhe den Takbir drei Mal zu sprechen und dann zu sagen:

„ Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Einzigen, der keinen Teilhaber hat, sein ist die Herrschaft und sein ist das Lob und er hat zu allem die Macht. Wir kehren zurück – so Allah will- indem wir uns unserem Herrn reuevoll zuwenden, ihn anbeten, uns vor ihm niederwerfen und ihn (mit al-Hamd) lobpreisen. Allah hat sein Versprechen gehalten, seinem Diener geholfen und die Parteien alleine bekämpft.“ (Hadith sahih bei Buchari)

 

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